Das Wort zum Sonntag – Karnevalsmusik

Die fünfte Jahreszeit ist für viele Menschen in den Karnevalshochburgen die schönste Zeit des Jahres. Es wird getrunken, gefeiert und noch mehr getrunken. Und das fast eine Woche am Stück.

Doch ebenso viele Menschen aus Köln, Düsseldorf oder Mainz ergreifen in dieser Zeit des Jahres aus eben jenen Städten die Flucht. Egal ob Norddeutschland oder Bayern. Hauptsache irgendwohin, wo man keinen Karneval feiert.

Permanente Fröhlichkeit ist nicht jedermanns Sache, die Karnevalsmusik spielt ebenso eine Rolle.

Gute Laune?

Karnevalsmusik macht Karneval erst wirklich zu dem, was es ist. Mit den Höhnern, Brings und Kasalla wird schon lange nicht mehr nur in Kölle gefeiert. Und ohne geht’s an den „Feiertagen“ einfach gar nicht. Doch was hat Karnevalsmusik an sich, dass sie so viele Menschen so begeistert?

Der wohl wichtigste Faktor: Alkohol. Die Zeiten, in denen Karneval bzw. Fasching als politisches Ereignis galt, sind lange vorbei. Davon zeugen lediglich noch einige Wagen in den größten Karnevalszügen des Landes. Vielmehr ist Karneval mittlerweile bei vielen Menschen als Feiertag fest verankert, vor allem viele junge Menschen zelebrieren die lustigen Tage aufs extremste – feucht und fröhlich.

Verloren geht dabei der ursprüngliche Karneval. Vielmehr wird nur noch gesoffen, gegrölt und gepöbelt. Da scheint es doch schon verständlicher, das viele Leute die Flucht ergreifen.

Die Musik

Einen großen Teil zur Stimmung trägt natürlich auch die Musik bei. Es wird auch heute noch zu Karnevalsmusik getanzt, gesungen und geschunkelt. Doch woher genau nimmt diese Musik die Energie, so viele Menschen miteinander zu verbinden? Fest steht, die Musik (und das Bier) sind an Karneval der Kleber, der die Menschen erst so richtig miteinander verbindet und dafür sorgt, dass die Stimmung steigt.

 

 

Doch warum zieht die Musik so an?

Die Antwort ist einfach, genau wie die Musik. Viele Lieder sind extrem schlicht gehalten, sowohl textlich als auch musikalisch. Und so kommt es, dass nahezu jeder, egal wie unmusikalisch (oder blau) er auch ist, in der Lage ist, die Hits der Feiertage mitzusingen (bzw. zu grölen). Die Texte gehen ins Ohr und bleiben hängen. Der Alkohol erledigt zusätzlich seinen Teil.

Flucht

So kommt es, dass jedes Jahr viele Menschen unter anderem auf Grund der Räuber, de Boore und Konsorten die Flucht ergreifen. Denn wer sich nicht tagelang ins Delirium trinkt, kapiert relativ schnell, was für ein bescheuerter Kram da gerade aus der Box ertönt. Denn nicht jedermanns Hemmschwelle ist so gering, dass die Musik mitreißt. Und je höher der persönliche musikalische Anspruch ist, umso schwieriger wird es, sich nicht über das Gedudel im Hintergrund aufzuregen.

Auch wenn die Karnevalstage bei vielen Menschen als Highlight des Jahres gelten, so gibt es ebenso genug Antikarnevalisten, die selbst bei Liedern wie „Viva Colonia“ oder „Superjeile Zick“ Aggressionen aufbauen und nicht grundlose Freude empfinden. Die Hemmschwelle zu senken, hilft vielen jedoch weiter.

In diesem Sinne: Prost.

Lars Junker

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Lars Junker

Gründer des Ahoimag. Ganz viel Indie-Kram, gerne auch mal leise, selten auch mal laut. Vinyl-verliebt, Star Wars Fan minimal süchtig nach Kaffee.

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