Razz – 05.01.2016 – Köln,Yuca

Spätestens seit ihrem Debütalbum With your Hand we’ll conquer sind Razz kein unbeschriebenes Blatt mehr. Auf der Platte wurde eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass auch junge Musiker, die gerade erst ihre schulische Laufbahn beendet haben, durchaus professionelle Musik produzieren können.

Und ebenso professionell wie im Studio präsentierte sich die vierköpfige Band auch auf der Bühne des Kölner Yuca. Nach Einleitung durch die durchaus ansprechenden Giant Rooks – die ebenso noch relativ jung sind – trauten sich die vier Jungs etwas, das auch erfahrenere Künstler nicht unbedingt häufig tun: Als ersten Song präsentierten Razz das wohl ruhigste Stück „The Blood Engine“ ihres Albums – und begeisterten damit sofort.

Grundsätzlich machte die Band auch auf der Bühne einen so souveränen und professionellen Eindruck, dass man als Zuschauer nicht wirklich das Gefühl hatte, dass da gerade vier Jungs auf der Bühne stehen, die gerade einmal die ersten zwei Jahrzehnte ihres Lebens hinter sich haben. Selbst hochmotiviert und immer für ein Tänzchen mit der Gitarre bereit gehören Razz mittlerweile definitiv zu den Bands, die man sich auf jedem Indiefestival wünscht. Die Mischung aus Indiepop bzw. –rock schreit förmlich danach, zu tanzen, zu feiern, zu eskalieren.

Besonders in Erinnerung bleibt auch die Stimme von Sänger Niklas Keiser. Mit seiner extrem umfassenden Tonbandbreite schafft dieser es, die unterschiedlichsten Stimmungen zu erschaffen – ohne dabei auch nur einmal daneben zu liegen.

Razz haben definitiv großes Potenzial – das haben auch die Jungs von Kraftklub erkannt. Diese bieten den jungen Musikern die Möglichkeit, im Januar zwei ihrer eigenen Shows zu supporten.

Unterm Strich gehen Razz sowohl auf Platte als auch Live einfach nur steil – wobei die Livegigs eigentlich nochmal eine andere Hausnummer sind.

An dieser Stelle muss wohl auch mal Kritik geübt werden – und das im Wortlaut unserer Zeit. Selten haben wir ein (ausverkauftes!) Konzert besucht, bei dem die Stimmung im Publikum so beschissenen war. Die Band rockt total ab – die ersten zwanzig Reihen bewegen sich (nicht nur gefühlt) keine 20 Zentimeter. Es tut uns sehr leid das zu sagen Köln, denn in der Vergangenheit haben wir das Publikum bei fast allen Konzerten in der Domstadt als sehr aktiv wahrgenommen, aber das war wirklich armselig. Auf Razz gehört gefälligst ordentlich gepogt! Und wenn nicht gepogt wird, dann wird wenigstens ordentlich getanzt!

 

Homepage: http://www.razz-music.com/

Facebook: https://www.facebook.com/officialrazzmusic/

 

Foto: Olaf Heine

Lars Junker

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Lars Junker

Gründer des Ahoimag. Ganz viel Indie-Kram, gerne auch mal leise, selten auch mal laut. Vinyl-verliebt, Star Wars Fan minimal süchtig nach Kaffee.

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